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Rückblick Crowdfunding-Seminar

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Vergangenen Samstag fand im Berliner Eiszeit Kino mein Seminar zum Thema “Crowdfunding für unabhängige Filmemacher” statt. Im Vorfeld hatte ich gemeinsam mit Twitter-Freund @spoxx potenzielle Teilnehmer dazu aufgerufen, über die Crowdsponsoring-Plattform mySherpas für € 50,- ihre “Teilnahmeberechtigung” zu erstehen und so finanzierte sich der Crowdfunding-Nachmittag sozusagen selbst über Crowdfunding.

Das Seminar richtete sich an Filmemacher, die in naher Zukunft ein Crowdfunding-Projekt planen. Nach einer kurzen Einführung meinerseits, in der ich einen Einblick in das Thema “Alternative Projektfinanzierung” gab, lauschten die rund 20 Teilnehmer den beiden erfolgreichen Crowdfundern Daniel Böhme aus Berlin und Lucas McNelly, der extra aus den USA (bzw. aus London) zum Seminar eingeflogen wurde.

Daniel Böhme von Sodafilm hat mit Hilfe von insgesamt 38 Unterstützern über € 2.000,- für sein Crowdfunding-Projekt 13 Stufen eingesammelt und will es nun wieder tun. Er ist der Meinung, dass Crowdfunding Teil einer Demokratisierung des Filmschaffens ist und so geht er mit 7 Stufen erneut an den Start. Dieses Mal liegt sein Ziel etwas höher und getreu seinem Motto “We are the crowd” sollen in den nächsten 2 Monaten € 22.000,- für das Filmprojekt von und für Straßenkinder zusammenkommen.

Auch Lucas McNelly hatte am Samstag allerlei zu berichten, befindet er sich doch seit mittlerweile 6 Monaten auf einer Tour quer durch Amerika und nun auch Europa. A Year Without Rent nennt sich sein Projekt, bei dem er ein ganzes Jahr lang unabhängigen Filmemachern zur Seite steht. Finanziert wurde es durch die Crowd, die auf kickstarter $ 12.000,- in einen Topf geworfen haben, um Lucas bei seinem Vorhaben zu unterstützen. Ein Teil der Einnahmen unseres Seminars gehen ebenfalls an Lucas.

Als kurzes Fazit des spannenden Nachmittags möchte ich ein paar Punkte festhalten, die ich vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt noch erweitern werde:

Der Vergleich zwischen Europa und Amerika hat vor allem eines gezeigt: die Unterschiede sind nicht allzu groß. Da und dort haben Filmemacher Schwierigkeiten, ihre Filme zu finanzieren. Sowohl in Amerika, als auch in Europa setzen immer mehr Kreative auf die Unterstützung ihrer Fans. Allerdings haben die Amerikaner diverse Hürden bereits genommen, die in Europa, speziell aber in Österreich und Deutschland den Siegeszug von Crowdfunding noch etwas bremsen. Während wir noch viel Zeit damit verbringen, das Konzept Crowdfunding zu erklären und was dahinter steckt, können sich amerikanische Filmemacher bereits auf ihre Kampagnen konzentrieren, da sie eine gewisse Soziale Medienkompetenz voraussetzen. Bei dieser Gelegenheit möchte ich an dieser Stelle noch mal erwähnen, dass Crowdfunding nur ein Teil eines Umdenkprozesses ist, der in Amerika vielleicht schon etwas früher begonnen hat, aber auch bei uns immer mehr gelebt wird. Dieser Paradigmenwechsel betrifft nicht nur die Finanzierung von Filmen, sondern auch wie sie vermarktet werden, welche Vertriebswege sich durch neue Medien erschließen, welche Möglichkeiten der Kommunikation und Zusammenarbeit sich ergeben etc etc. Und in diesem Sinne werden die Geschichten und vor allem die Personen hinter den Projekten immer wichtiger. Das ist es was die Leute hören, sehen, lesen wollen und es sind die Personen, denen sie (zumeist) ihr Geld anvertrauen.

Wie dem auch sei, ich persönlich fand den vergangenen Samstag (und Sonntag) äußerst gelungen. Der gesamte Nachmittag – inklusive Pause, in der wir uns mit leckeren Brötchen den Wanst vollschlugen – wurde übrigens via Live-Stream ins Internet übertragen UND aufgezeichnet. Ihr könnt euch also noch einmal in Ruhe unsere 4-stündige Session ansehen:

Watch live streaming video from spoxxtv at livestream.com

Die Tweets zu den Vorträgen konnte man im Kinosaal bzw. im Internet auf einer Twitterwall mitverfolgen, zu finden ist diese Twitterwall hier: A Year Without Rent EU

Außerdem möchte ich euch meine Folien nicht vorenthalten, die – wie auch das gesamte Seminar – auf englisch sind:

Zu guter Letzt möchte ich mich noch einmal bei allen Unterstützern und Teilnehmern bedanken und würde mich freuen, wenn wir uns vielleicht bald wieder einmal in solch einer netten Runden sehen!

Mein Fazit zum Workshop on Demand

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Ihr fragt euch wohl längst, was aus meinem Workshop on demand-Experiment geworden ist? Kürzer könnte die Antwort nicht sein: NICHTS. Leider!

Spät, aber doch möchte ich euch nun mein Fazit zur Aktion mitteilen und dies gleich zum Anlass nehmen, es als Beitrag zu Blogparade von Karin Janner mit dem Thema “Crowdsourcing, Contests, Open Innovation – gut oder böse?” zu verwenden. Denn auch in meinem Experiment ging es ja im Grunde um nichts anderes als Crowdsourcing.

workshop on demand

Für alle, die erst jetzt einsteigen: die Idee war, einen Workshop zum Thema “Social Media für Filmemacher” in Hamburg zu veranstalten. Dabei hatte ich den potenziellen Teilnehmern mehrere Gestaltugsmöglichkeiten offen gelassen: sie konnten sowohl das Thema mitbestimmen, als auch die Location und sogar die Kosten. Die Details lest ihr aber am besten hier selber nach.

Laut amiando wurde das Event über 1.100 Mal aufgerufen, der ursprüngliche Blog- Eintrag laut Google Analytics ebenfalls mehrere hunderte Male geklickt. Mit der Verbreitung bin ich also eigentlich zufrieden, vor allem wenn man bedenkt, dass all diese Klicks “nur” via Blog, Twitter und Facebook innerhalb von kurzer Zeit zustande kamen.

Vielleicht scheiterte das Experiment am Faktor “Zeit”? Den Aufruf startete ich am 16. September, der Termin für den Workshop war am 9. Oktober 2010. Und wie ihr wisst, dauert im Internet bzw. im Social Web alles seine Zeit. Dennoch, innerhalb weniger Tage hatten sich vier Personen angemeldet, die sich übrigens auch hinsichtlich der Konkretisierung des Themas via E-Mail einbrachten.

Bis zur letzten Minute hoffte ich also, dass der Workshop stattfindet. Und ich muss gestehen, ich hätte ihn auch nur mit vier Teilnehmern durchgezogen, obwohl mein Ziel bei mindestens 10 Personen lag.

Letztendlich aber war es nicht die Zeit, sondern der Ort. Da ich ja nicht aus Hamburg bin und zuvor bereits alle mir bekannten Locations durchprobiert habe, verließ ich mich auf die Mithilfe der “Community”. Und ich bekam auch ein paar sehr nette und brauchbare Vorschläge. Aber: an diesem Wochenende fand das Filmfest Hamburg statt, was nebenbei auch der Grund war, warum ich überhaupt nach Hamburg reiste. Lange Rede, kurzer Sinn: alle film-affinen Veranstaltungsorte waren belegt. Alle Versuche, einen Raum an der Universität, in Büros und sogar privaten Unterkünften zu finden waren vergebens. Somit gab ich am Freitag auf, denn ohne geeigneten Ort kein Workshop. Ich entschied mich dazu, mich mit den angemeldeten Teilnehmern zumindest in einem Kaffeehaus zu einem lockeren Gespräch zu treffen.

Als kleinen Anreiz, am Workshop teilzunehmen, hatte sich übrigens wenige Tage vor dem Workshop die Video-on-Demand Plattform www.realeyz.tv dazu bereit erklärt, 10 Gutschein-Codes zur Verfügung zu stellen. Mangels ausreichender Kommunikation meinerseits kamen diese jedoch leider nicht rechtzeitig. Ich habe diese aber nun einem anderen guten Zweck zugeführt und sie Hans Hafner für sein Crowdfunding-Projekt überlassen.

Wie gesagt, es war ein Experiment! Dennoch bleibt die Frage offen: Wollen die Leute überhaupt mitbestimmen? Ist Crowdsourcing überhaupt möglich?

Klar! Ich denke nach wie vor, dass diese Art des User-Involvement grundsätzlich funktionieren kann. Dazu müssen jedoch verschiedene Voraussetzungen gegeben sein, die offensichtlich in meinem Fall nicht da waren. Ich werde auch in Zukunft weiterhin solche Experimente starten, mit dem Ziel, eines Tages schlauer zu sein :-)

Abschließend sei gesagt: wenn auch der Workshop nicht stattgefunden hat, ich habe dadurch eine Menge netter Leute kennen gelernt, allen voran Marco, Stefan und das Team von realeyz.tv, die mich beim nächsten Mal aus voller Kraft unterstützen werden. Danke!

Written by gumpel

November 9th, 2010 at 3:23 pm

stART10 – Ihr wart nicht dabei?

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Vergangenes Wochenende hat in Duisburg zum zweiten Mal die stARTconference stattgefunden, eine zweitägige Veranstaltung, die ins Leben gerufen wurde, um über das Potenzial des Web 2.0 im Kunst- und Kulturbereich zu diskutieren.

Ihr wart nicht dabei? Selber Schuld, denn die durchwegs ausgezeichneten Vorträge der anwesenden Experten fanden auf einem äußerst hohen Niveau statt und wären durchaus auch für so manches Unternehmen außerhalb des Kulturbetriebs empfehlenswert gewesen.

Aber ihr habt Glück, denn die stART-Community, bestehend aus Vortragenden, Teilnehmern und Kommentatoren, war bereits sehr fleissig und hat sowohl Vorträge, Fotos, Videos, Twitter-Kommentare etc. gesammelt und im Web zur Verfügung gestellt. Somit habt ihr nun auch noch die Chance an dieser wirklich tollen Veranstaltung teilzunehmen.

Ich selbst habe dort übrigens einen Vortrag zum Thema Crowdfunding im Filmbereich gehalten. Die Präsentation ist natürlich bereits online, auf Vimeo gibt’s außerdem ein kurzes Video-Interview mit mir zum Thema. Ich freue mich über jeden Kommentar!

Mehr zur stART gibt’s in einem meiner nächsten Beiträge…

Written by gumpel

September 14th, 2010 at 7:57 pm