Webserien made in Austria

Vor ein paar Wochen lautete eine Schlagzeile auf derStandard.at „Der Therapeut im Web: Profi-Onlineserie im Eigenbau„. Dahinter verbarg sich eine Ankündigung zur neuen österreichischen Serie „fauner consulting„, die seit 22. November jeweils Dienstag um 20:15 Uhr – also im Hauptabendprogramm, allerdings exklusiv im Internet – läuft. Dabei geht es laut Presseaussendung um den „chaotischen Lebenskünstler Francois Fauner, der als Lebensberater bei Notlagen und Notlügen aller Art hilft, Risiken und Nebenwirkungen inklusive.“ Die Idee dazu trugen Hauptdarsteller Manuel Rubey und Regisseur Georg Weissgram schon länger in ihren Köpfen herum, produziert und finanziert haben sie die Serie kurzerhand selbst, um von Förderzusagen und Programmgestaltern unabhängig zu bleiben. Mittlerweile sind die ersten fünf Episoden online und erfreuen sich größter Beliebtheit, wie sich auch an der stetig wachsenden Fangemeinde auf Facebook erkennen lässt. Aktuell rufen die Serienmacher dort auf, ein kleines Testimonial-Video aufzunehmen, wobei die drei kreativsten Einsendungen ein fauner consulting Überraschungsgeschenk gewinnen können.

Mittlerweile bei Folge 11 befindet sich die Webserie „Viva Proleta„, die exklusiv auf ATV.at zu sehen ist. Immer mittwochs stellen „sich die Sargbauers – an sich eine typische Wiener Familie wie sie jeder kennt – Problemen des Alltags“, wie es auf der Webseite der Produktionsfirma heißt, die übrigens auch für die „Mundl“-Filme verantwortlich zeichnet.

Gerade in Produktion befindet sich die Webserie „Der Teufel trägt Sneakers“ von Angelika Trenner und Sarah Bernhardt. Der Inhalt klingt vielversprechend, der Trailer kann sich auch sehen lassen:

Trenner zu ihren Beweggründen eine Webserie zu produzieren: „Als Newcomer hat man nicht immer die Geldmittel um gleich eine große Serie oder einen großen Film zu starten. Hier bietet das Web mit seinen Möglichkeiten viel Potential einerseits Geld aufzustellen, wie etwa durch Crowdfunding, oder auch einfach eine Webserie bekannt zu machen. In unserem Fall haben wir vorab einen Trailer produziert, der die zukünftige Serie den Fans und potenziellen Geldgebern schmackhaft machen soll.“

Crossmedial tasten sich die Brüder Riahi momentan an diverse Stoffe heran: Mit „Everyday Rebellion“ wollen sie unter anderem im Internet Theorien des gewaltlosen Widerstands aufzeigen, mit „Neue Wiener“ planen sie eine Web-TV Serie über die neue Migrantengeneration in Wien.

Webserien sind also auch in Österreich angekommen, aber sicher kein neues Genre. Denn bereits 2006 hat das Team um Alexander Hölzl, Uwe Stoiber und Hans Jürgen Kreutzer die Online-Serie „Paradise Island“ in zwei Staffeln abgedreht und dafür laut Webseite „keine Kosten und Mühen gescheut, um das Paradies „online“ zu erschaffen. Der Großteil der Serie wurde an exotischen Drehorten an der Westküste Mexikos gedreht.“ Die ambitionierte Webserie hatte es damals auf über 1 Million Views gebracht, ein „Meilenstein“ für österreichische Verhältnisse. Hölzl und Co. denken über eine neue Staffel nach, wobei „sich die Technik zwar verbessern, nicht aber auf den trashigen Stil verzichtet werden soll, denn das macht die Serie bei den Fans so beliebt“, so Hölzl.

Wer eher auf der Suche nach einer Webserie internationalerem Formats sucht, der sollte einen Blick auf Squattertown, den ersten Dim Sum Western der Welt, werfen. Bei diesem Projekt von Marco Sparmberg war der Österreicher Jürgen Hoebarth als Web Manager für die Schnittstelle zwischen der Serie und dem Internet zuständig und hat mit seinem Startup bei der Premierenfeiern in Hong Kong das Premierenpublikum in Echtzeit mit Facebook verlinkt. Mehr Infos zum Squattertown-Universum gibt’s hier.

Jetzt bleibt mir also nur noch, euch viel Spaß mit den „Webserien made in Austria“ zu wünschen! Genießt die Urlaubstage und den Jahreswechsel. Bis bald!



3 Antworten zu “Webserien made in Austria”

  1. MoSilver sagt:

    Mit dem „Aye Matie“-Projekt entsteht derzeit nicht nur eine neue WEB-TV Show, sondern vielleicht der erste internationale Erfolg „100% Österreichischen Ursprunges“!

    Im Augenblick sind wir gerade dabei das Team zusammen zu stellen und laden JEDE(N) herzlichst ein von Anfang an dabei zu sein – ganz gleich ob er ein alter Film-Profi ist oder einfach nur Interesse an dem Metier hat.

    Es gibt so unendlich viel zu tun, dass es eine wichtige Aufgabe für jede Fähigkeit, jedes Talent, … naja, einfach JEDE(n)! gibt!

    Spass & Interesse am „segeln“ und am Thema „Piraten“ sind ein Vorteil!

    Arrrr! Aye Matie! Let’s rock the world!

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