Ein Blockbuster, Crowdfunding, Charity und jede Menge Austro-Stars

Der Film „Blockbuster“ ist alles andere als ein Millionen-Euro-Film, dennoch arbeiten an dem Projekt ca. 120 Menschen mit, darunter 18 prominente KünstlerInnen wie Ursula Strauss, Sabrina Reiter, Manuel Rubey oder Thomas Stipsits – ehrenamtlich. Denn der Film entsteht als Low-Budget-Produktion und der Erlös soll als Charity-Projekt der Kinderkrebshilfe zugute kommen. Dahinter steht Filmemacher und Initiator Vlado Priborsky. Er „verarbeitet darin seine Lebensgeschichte, u. a. eine überlebte Krebsdiagnose, selbstproduzierte Kinokurzfilme, die Gründung einer Familie und den Tod nahestehender Menschen“, wie es in einer Presseaussendung heißt. Vor einigen Tagen haben Vlado und sein Team eine Crowdfunding-Aktion gestartet. Grund genug, ihm ein paar Fragen zu seinem Projekt zu stellen:

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Wolfgang: Vlado, euer Film heißt „Blockbuster“. Wie kommt ihr auf diesen Namen?

Vlado: Das war meine Idee. Ich wollte einen kurzen – sich mit einem Film gut identifizierbaren Titel – haben. Bzw. ist Blockbuster – bzw. die Bedeutung der absolute Gegensatz zu dem, was wir eigentlich machen.

Wolfgang: Also ein Low-Budget-Film? Trotzdem spielen so viele bekannte, österreichische Schauspieler mit. Woran liegt das?

Vlado: Eigentlich NO-Budget. Weil ich sie überzeugen konnte – von der Geschichte und vor allem natürlich, weil wir die Einnahmen an die Kinderkrebsforschung des St. Anna in Wien spenden werden.

Wolfgang: Die Spende an das St. Anna Spital ist wohl erklärungsbedürftig. Soweit ich weiß, hat das mit der Geschichte des Films zu tun. Worum geht’s in „Blockbuster“?

Vlado: Ich selbst hatte mit 26 Krebs. 3 Jahre danach verlor ich meinen ersten Sohn (Frühgeburt) und schon damals war der Drang nach einem richtigen Kinofilm sehr groß bei mir. Das ist auch im Prinzip das Grundgerüst der Story. Also wenn man so will geht es um Träume die zwischen Tiefpunkten des Lebens ihren Weg an die Oberfläche suchen. Und damit das Ganze auch einen Sinn macht, wollte ich eben nicht nur einen Film machen, sondern gleich damit Menschen – Kindern helfen. Sozusagen zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen.

Wolfgang: Ein sehr persönliches Projekt also, in das du nicht nur dein Herzblut, sondern auch dein Geld steckst. Das soll sich nun ändern – Stichwort: Crowdfunding?

Vlado: Blockbuster ist mittlerweile ein Teil meines Lebens geworden. Jedoch sich in ein Projekt zu stürzen und dabei ein Risiko einzugehen wollte ich nicht. Daher war die Idee zumindest einen Teil des Filmes durch die Stadt Wien zu fördern. Was zu meiner Verwunderung schließlich nicht stattgefunden hat weil man dort an uns, an das Projekt nicht geglaubt hat.

Wolfgang: Daher habt ihr nun auf startnext eine Crowdfunding-Aktion gestartet?

Vlado: Im Prinzip stand das Projekt beinahe vor dem Aus, aber ich konnte in letzter Sekunde ein paar private Sponsoren finden, die uns den ersten Drehblock ermöglicht haben. Die Crowfunding-Aktion war natürlich schon immer geplant, damit der Rest des Filmes abgedreht werden kann. Man muss eben nach vielen Quellen suchen um, einen Film wie diesen über die Runden bringen zu können.

Wolfgang: Wie funktioniert das nun genau mit dem Crowdfunding? Was erhalten die Supporter und was passiert danach mit dem Geld?

Vlado: Unser Crowdfunding läuft über die Plattform startnext. Dort haben wir eine Zielsumme definiert – in unserem Fall 10.000 EUR. Diese Summe (oder mehr) müssen wir nach einer gewissen Zeit erreicht haben  – wenn das nicht der Fall ist, geht das ganze Geld retour an die Supporter. Für die Supporter gibt es je nach Summe Geschenke wie z.b. DVD, Drehbücher, Poster, Einladungen zu Kinopremiere und noch viel mehr. Das Geld, sofern wir den Betrag erreichen, wird in die Herstellung des Filmes investiert. Mieten, Leihgebühren fürs technische Equipment, Catering usw.

Da es für uns Neuland, ist es schwer, vorauszusagen, was man sich erwartet. Im Moment zeigt sich, dass ein Projekt wie Blockbuster  ohne Werbung und größere Anteilnahme der Bevölkerung keine Chance haben wird, das Ziel  erfolgreich zu erreichen. Auch wenn es für Filmverhältnisse eigentlich sehr niedrig, jedoch für österreichische Verhältnisse scheinbar zu hoch, angesetzt ist. Sprich, der momentane Stand ist, dass uns Crowdfunding nicht oder nur bedingt bei der Finanzierung weiterhelfen wird. Für uns war Crowdfunding von Anfang an geplant und als fixe Einnahme Quelle für das Budget vorgesehen.

Wolfgang: Ihr setzt dabei auch auf Soziale Medien wie Facebook. Welche Rolle spielen diese im Rahmen dieser Produktion?

Vlado: Plattformen wie Facebook spielen für uns eine große Rolle. Speziell Facebook ist für uns eine Art Kommunikationsplattform geworden – ich würde sogar sagen eine Art Tagebuch, wo man sich beinahe täglich rund um den Film informieren kann. Und natürlich nutzen wir Facebook auch dann, wenn es darum geht Crew und Cast zu finden. Mittlerweile ist die Anzahlt der Fans stark angestiegen, unsere Meldungen werden von vielen Usern gelesen. Tendenz weiterhin steigernd. Facebook ist daher sehr wichtig für ein Projekt wie Blockbuster.

Wolfgang: Mit dem Film strebt ihr vor allem ins Kino bzw. ins TV. Würden sich hier nicht auch digitale Verwertungswege anbieten?

Vlado: Natürlich. Eine DVD bzw. Blu-ray Auswertung ist ebenfalls geplant. Bezüglich VoD ist im Moment noch nichts in Planung. Aber das kann sich ja noch ändern.

Wolfgang: Aber muss man sich nicht heute vor allem auch mit digitaler Distribution auseinandersetzen, um langfristig Erfolg zu haben?

Vlado: Normalerweise schon. Ganz bestimmt sogar. Wir denken bzw. handeln aber in kleinen Schritten und für uns ist ein Erfolg jeder Schritt der uns nach vorne bringt – eine langfristige Planung bei so einem Projekt macht nicht viel Sinn. Denke wenn der Film fertig wird und wir nach Distribution suchen werden sich auch Wege und Möglichkeiten über eine digitale Vermarktung zeigen und anbieten.

Wolfgang: Ich wünsche euch damit jedenfalls viel Erfolg und freue mich auf den Film!

 



2 Antworten zu “Ein Blockbuster, Crowdfunding, Charity und jede Menge Austro-Stars”

  1. […] Vlado Priborsky, das ich drüben in meinem Social Film Marketing Blog veröffentlicht habe: EIN BLOCKBUSTER, CROWDFUNDING, CHARITY UND JEDE MENGE AUSTRO-STARS […]

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