Das Viewster Streaming-Festival #VOFF geht in die dritte Runde

Vor ein paar Tagen bin ich auf das Viewster Festival gestossen, im Social Web unter #VOFF bekannt. Weil mich die Streaming-Plattform generell interessiert und ich natürlich auch wissen will, was es mit diesem Festival auf sich hat, habe ich dem Viewster-Team einfach via Twitter eine Anfrage geschickt. Die Antwort kam prompt retour und ich wurde an Simon Zsebök weitergeleitet, der mir ein paar Fragen beantwortet hat:

viewster #voff

Wolfgang: Viewster ist ja als Streaming-Plattform bekannt. Kannst du kurz mal eure inhaltliche Ausrichtung beschreiben?

Simon: Bei Viewster geht es darum, Neues zu entdecken: japanischen Anime, koreanisches Drama, britische Comedy und überraschende Dokumentarfilme. Viewster ist die internationale Online-Plattform, die Millionen von Zuschauern beste Unterhaltung bietet – von etablierten Anbietern wie Fox, HBO, Starz, BBX, KBS oder Univision, genauso wie von aufstrebenden Produzenten, die es zu entdecken gilt. Als einziger Online-Videoservice veranstaltet Viewster auf seiner Plattform ein eigenes, hoch dotiertes Filmfestival, das Kreative und Publikum rund um den Globus zusammenbringt.

Wolfgang: Hoch dotiert? Man kann also etwas gewinnen?

Simon: Genau. Abgesehen von der hohen weltweiten Visibilität, die wir den Filmemachern und ihren Filmen bieten, loben wir ein Preisgeld in Höhe von 100.000 USD aus. Der erste Preis entspricht dabei immer 70.000 aber die restliche Aufteilung entscheidet die Jury selbst.

Wolfgang: Also auch Independent Filmemacher können ihre Filme einreichen?

Simon: Wir akzeptieren Einreichungen von jedem Filmemacher, der unsere Einreichkriterien berücksichtigt. Der Inhalt darf nicht vor 2006 veröffentlich worden sein, benötigt mindestens drei Minuten Laufzeit und muss unserem jeweiligen Festivalthema entsprechen.

Wolfgang: Wann findet das Festival denn statt und wie funktioniert es?

Simon: Das #VOFF findet insgesamt vier Mal im Jahr statt. Jede Edition hat ein anderes Thema, dass den inhaltlichen Schwerpunkt festlegt. Die dritte Edition, #VOFF 3, lädt mit dem Thema „Be afraid. Be VERY afraid.“ Genrefilme ein. Das heißt nur Beiträge aus den Genres Fantasy, Action, Sci-Fi, Thriller und Horror wurden für das Programm des dritten Festivals für die Selektion berücksichtigt.

Genrefans, und die die es hoffentlich dank des Festivals werden, können ab dem 11.09. auf viewster.com alle Beiträge für zwei Wochen anschauen und für die Favoriten abstimmen. Am 25.09. um 15 Uhr wird die Voting-Phase beendet und das finale Ranking und die mindestens zehn Finalisten stehen fest. Unsere Jury, bestehend aus dem erfolgreichen Independentfilmproduzent Ted Hope, Iron Sky Regisseur Timo Vuorensola und Schauspielerin Nora Tschirner, bewertet die Finalisten und wählt die Gewinner. Diese werden dann am 5. Oktober auf dem Raindance Film Festival in London verkündet.

Wolfgang: Viewster sitzt in Deutschland, oder? Das Festival richtet sich aber an Film-Liebhaber weltweit?

Simon: Viewster hat den Hauptsitz in Zürich, das Festival und das Viewsterprogramm, außerhalb der Festivalzeiten, werden vom Berliner Büro aus gesteuert. Nicht zuletzt, weil wir Einreichungen aus etwa 90 Ländern erhalten, richtet sich #VOFF an ein weltweites Publikum. Es geht vor allem darum Aufmerksamkeit für die Filmemacher und ihre Werke zu erzeugen, indem es die Globalität des Internet nutzt. Damit hebt sich das Festival unter anderem von traditionellen Filmfestivals ab.

Wolfgang: Wie kann man als User Viewster nutzen? Gibt’s da eine Flatrate oder sind die Filme gratis?

Simon: Bei Viewster sind alle Filme und Serien gratis. Wir spielen Werbung aus, weniger als was man im Fernsehen sieht, um die Lizenzrechte und den Service zu finanzieren.

Wolfgang: Ist Viewster auch in Österreich nutzbar?

Simon: Ja.

Wolfgang: Welche Rolle spielen Soziale Medien bei der Verbreitung eurer Filme?

Simon: Social Media ist ein essentieller Bestandteil bei der Vermarktung unserer Inhalte. Diese Kanäle ermöglichen uns, gezielt einzelne Titel an die Leute zu promoten, die tatsächlich daran interessiert sind. Im Gegensatz zu anderen Unternehmen, die Social Media nur wie jeden anderen Kanal nutzen, um nach Geschlecht und Ort zu werben, sind wir in der Lage, die Fans von sehr spezifischen Serien, Filmen, Schauspielern und Genres zu identifizieren – und sie wissen zu lassen, wenn deren Lieblingsinhalte auf Viewster gezeigt werden. Kostenlos.

Es ist sehr aufwändig, Filme auf diese Art und Weise zu bewerben, aber den Aufwand wert: viele Leute, die unseren Service nicht kannten, bedanken sich dafür, dass wir unsere Inhalte in ihre Feeds gebracht haben. Auf der anderen Seite lieben wir Diskussionen über Film (welche wir jeden einzelnen Tag bei uns im Büro führen) und Social Media ermöglichen uns einzufangen, was unsere Nutzer aktuell schauen sowie umgehend mit ihnen in Konversation zu treten.

Wolfgang: Auch sonst versucht ihr auf die Wünsche der Nutzer einzugehen. Das merkt man, wenn man etwa euren Blog verfolgt. Kannst du da Beispiele nennen?

Simon: Besonders beim Filmeinkauf hören wir auf das, was unsere Nutzer wollen, also die, die wir erreichen können. Alle können wir leider nicht glücklich machen. Der HotScore zeigt an, welche Inhalte besonders heiss sind und beruht auf dem Nutzerverhalten. Und bei der Produktentwicklung haben wir eine Liste, die quasi von den Nutzern priorisiert wird: durch Ergebnisse aus Usability-Studien und basierend auf dem Feedback.

Wolfgang: Worauf können wir uns sonst noch so einstellen demnächst? Gibt es News oder Features, auf die wir uns freuen dürfen?

Simon: Neben dem Festival investieren wir eine Menge in unsere mobilen Apps und in neue Inhalte. Im Oktober, nachdem die VOFF 3-Gewinner verkündet sind, haben wir einige spannende Sachen auf Lager.

Wolfgang: Dann sind wir gespannt! Vielen Dank für das Interview.



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